Nahost

Liveticker Iran-Krieg: "Völkerrechtswidrig" – 71 Prozent der Deutschen gegen Iran-Krieg

Der Nahostkonflikt hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht, seit die USA und Israel einen Angriffskrieg gegen Iran begonnen haben. Iran reagiert auf die Angriffe mit Raketenangriffen auf US-Militärbasen in der Region und auf Israel. Wir berichten über die aktuellen Entwicklungen.
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  • 27.04.2026 15:18 Uhr

    15:18 Uhr

    Merz: Teheran demütigt Washington aktuell mit Verhandlungsgeschick 

    Heutige Aussagen seitens Bundeskanzler Friedrich Merz vor Schülern eines Gymnasiums im nordrhein-westfälischen Marsberg finden ihren Weg in die internationalen Agenturmeldungen. So heißt es zitierend:

    "Die iranische Führung ist nach Ansicht von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dabei, die USA im Iran-Krieg zu 'demütigen'. Da werde 'eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung, vor allem durch diese sogenannten Revolutionsgarden', so Merz."

    Eine weitere Erklärung lautete demnach, dass "die Amerikaner offensichtlich keine Strategie haben", wie sie aktuell den Kriegsverlauf diplomatisch gestalten sollen. Dazu erklärte der Bundeskanzler:

    "Ich erkenne im Augenblick nicht, welchen strategischen Exit die Amerikaner jetzt wählen, zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln."

    Deutsche und Europäer wären beim Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar "nicht gefragt worden". Er habe vermeintlich im Anschluss US-Präsident Donald Trump "mittlerweile zweimal seine Skepsis direkt gesagt", so ein weiteres Zitat aus der Veranstaltung. Merz dazu wörtlich ausführend:

    "Wenn ich gewusst hätte, dass es fünf Wochen, sechs Wochen so weitergeht und immer schlimmer wird, dann hätte ich es ⁠ihm noch eindringlicher ​gesagt."

    Abschließend erklärte der Kanzler den Anwesenden zu diesem Punkt: "Der Krieg gegen Iran ist unüberlegt gewesen".

  • 14:28 Uhr

    Iran erlebt seit Kriegsbeginn im Februar mehr als 3.300 Tote

    Der katarische Sender Al Jazeera veröffentlicht zu Wochenbeginn die Auswertung der Zahlen zu Toten und Verletzten in der Kriegsregion seit dem 28. Februar, dem Beginn des provozierten US-israelischen Krieges.

    Die Zahlen wurden durch Angaben von Behörden und Ministerien ermittelt. So wurden demnach durch Luftangriffe 3.375 Iraner und Iranerinnen getötet sowie 26.500 Menschen verletzt.

    Zudem wurden durch IDF-Angriffe im Libanon 2.509 Menschen getötet sowie 118 im Irak.

    Todesopfer und Verletzte ausgehend iranischer Gegenangriffe erfolgten dabei nicht nur in Israel, sondern auch in den umliegenden Anrainerstaaten.

  • 13:38 Uhr

    Umfrage: Große Skepsis in Deutschland gegenüber Iran-Krieg

    Eine aktuelle Online-Befragung des "German Institute for Global and Area Studies (GIGA)" wollte von den Teilnehmern ihre Meinung zum Iran-Krieg und den medial kolportierten Gründen erfahren. Zu den Ergebnissen heißt es:

    "Laut der Ende März 2026 durchgeführten Umfrage unter 2.492 Personen bewerten 71 Prozent der Befragten den Angriff der USA und Israels auf Iran als ungerechtfertigt und als Verstoß gegen das Völkerrecht." 

    Hinsichtlich der Auswirkungen durch die massive Störung des Ölhandels lauten Angaben zu expliziten diesbezüglichen Fragen:

    "Die größten Sorgen gelten wirtschaftlichen Auswirkungen: 76 Prozent fürchten steigende Inflation und 65 Prozent höhere Benzinpreise, 70 Prozent erwarten nachhaltige Störungen des Welthandels."

    Zum Thema "Sicherheitsbedenken", formuliert in der Frage einer "Sorge vor Anschlägen in Deutschland", wären diese "zwar vorhanden, stehen jedoch hinter wirtschaftlichen Ängsten zurück".

    Eine deutliche Mehrheit der Befragten spricht sich gegen eine militärische Beteiligung Deutschlands aus. "Gegen einen Einsatz der Bundesmarine in der Straße von Hormus" sind 61 Prozent sowie gegen die "militärische Unterstützung anderer Staaten in der Region" 68 Prozent.

    Das GIGA-Resümee lautet:

    "Die Ergebnisse zeigen insgesamt eine starke Präferenz der deutschen Bevölkerung für Zurückhaltung, Diplomatie und die Stärkung des Völkerrechts."

    Die öffentliche Wahrnehmung der Kriegsgründe wird laut den Studienmachern "maßgeblich von der Annahme geprägt, dass militärische, strategische und geoökonomische Interessen – statt normative politische Ziele – das Vorgehen der USA und Israels bestimmen".

    Nur eine Minderheit ist laut Befragung der Ansicht, dass Ziele "wie die Förderung von Demokratie, die Unterstützung der iranischen Opposition oder die Durchsetzung von Menschenrechten", im Vordergrund des Krieges stehen.

  • 12:46 Uhr

    Teheran: Revolutionsgarden "geeinter denn je" an der Seite der Hisbollah

    Der Kommandeur des Korps der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Brigadegeneral Esmail Ghaani, hat gegenüber der staatlichen Agentur IRNA zu Protokoll gegeben, dass die politische Führung Irans auch weiterhin "die Stärke und Einheit der Widerstandskräfte" seitens der libanesischen Widerstandsbewegung Hisbollah militärisch unterstütze.

    Die gemeinsame Widerstandsfront gegen Israel sei aktuell "stärker und geeinter denn je", so die Meldung zitierend. 

    Die Netanjahu-Administration rechtfertigt dabei die andauernden, opferreichen Luft- wie auch Bodenangriffe im Süden Libanons sowie auf Teile der Hauptstadt Beirut wiederkehrend mit der Anwesenheit und dem Agieren der Hisbollah.

    Ein zeitnahes Ende von Gegenangriffen und des Widerstands sowie die finale Zerschlagung der Hisbollah durch die IDF seien laut Qaani "nichts als Lügen", die seitens westlicher Propaganda fälschlich berichtet würden. Dies werde dadurch belegt, dass die israelische Armee "trotz enormer Ausgaben und des Einsatzes umfangreicher militärischer und personeller Ressourcen" weiterhin "angesichts der [Hisbollah-]Beharrlichkeit verzweifelt und hilflos" sei.

  • 11:59 Uhr

    Von der Leyen: Zu früh für eine Aufhebung der Iran-Sanktionen

    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte in Berlin vor Journalisten, dass sie für das politische Brüssel stellvertretend der Meinung sei, dass eine Aufhebung der gegen Iran verhängten Sanktionen noch zu früh sei.

    Von der Leyen ergänzte, dass die Sanktionen "aufgrund der Unterdrückung der eigenen Bevölkerung in Kraft" seien. Abschließend heißt es laut Reuters-Meldung nach einem Unionstreffen in der Haupstadt:

    "Wir müssen erst eine Veränderung sehen, eine fundamentale Veränderung in Iran, bevor Sanktionen aufgehoben werden können."

  • 11:06 Uhr

    Sankt Petersburg: Araghtschi erklärt Washington verantwortlich für Gesprächspause

    Eine Delegation Teherans unter Führung von Außenminister Araghtschi traf am morgen in Sankt Petersburg vor dem Hintergrund intensiver diplomatischer Bemühungen ein. 

    Araghtschi erklärte vor Ort laut der Nachrichtenagentur Mehr nach ersten Gesprächen, dass nach Pakistan und Oman seine Reise nach Russland "eine wichtige Gelegenheit bietet, die weiteren Entwicklungen im Krieg zu erörtern und die Standpunkte abzustimmen".

    Die aktuelle Verzögerung direkter Gespräche mit Washington dauere laut Irans Außenminister weiter an, da "überzogene Forderungen der USA und deren fehlgeleiteter Ansatz dazu führten, dass die in der vorangegangenen Verhandlungsrunde festgelegten Ziele nicht erreicht werden konnten".

    Der Außenminister führte weiter aus, dass sein vorheriger Zwischenstopp in Islamabad notwendig gewesen, da Pakistan weiter in die Vermittlungsbemühungen aktiv eingebunden sei.

    Araghtschi traf am frühen Montagmorgen am Flughafen Pulkovo in St. Petersburg ein, wo er von russischen Regierungsvertretern und dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Dschalili, empfangen wurde. Laut Dschalili sollen der Außenminister und Präsident Putin noch am Montag in Sankt Petersburg direkte Gespräche führen.

  • 09:30 Uhr

    Araghtschi: Unsere Nachbarn haben für uns oberste Priorität

    Teheran entsandte zum Ende der Vorwoche eine Delegation unter Führung von Außenminister Abbas Araghtschi nach Pakistan und Oman. Hauptthemen der Konsultationen mit dem Sultan von Oman in der Hauptstadt Muskat waren der Status quo im Kriegskonflikt sowie die Vermittlungsbemühungen zur Beendigung der Konflikte in der Region, so iranische Agenturmeldungen.

    Irans Außenminister teilte auf X nach Ende der Gespräche mit:

    "Da wir zu den Anrainerstaaten des Hormus-Kanals gehören, lag unser Schwerpunkt auf Möglichkeiten, einen sicheren Transit zu gewährleisten, der allen unseren lieben Nachbarn und der Welt zugutekommt. Unsere Nachbarn haben für uns oberste Priorität."

    Sein Amtskollege, Omans Außenminister Badr Al-Busaidi, bestätigte die Wahrnehmung Teherans, um ebenfalls auf X mitzuteilen:

    "Es war ein fruchtbares Gespräch über die Straße von Hormus mit dem iranischen Außenminister Dr. Araghtschi. Als Anrainerstaaten sind wir uns unserer gemeinsamen Verantwortung gegenüber der internationalen Gemeinschaft sowie der dringenden humanitären Notwendigkeit bewusst, die seit viel zu langer Zeit festgehaltenen Seeleute zu befreien"

    Der omanische Minister betonte weiter, dass die Notwendigkeit "umfangreicher diplomatischer Bemühungen und praktischer Lösungen" weiterhin im Vordergrund von Gesprächen stehe, um "eine dauerhafte Freiheit der Schifffahrt" zu gewährleisten.

    Die iranische Nachrichtenagentur ISNA informiert, dass es parallel im Verlauf des Wochenendes zu einem Telefonat zwischen Aragtschi und seinem saudischen Amtskollegen Faisal bin Farhan kam, in dem sich beide Seiten über die laufenden diplomatischen Bemühungen austauschten.

  • 09:06 Uhr

    Libanon – Tote und Verletzte nach Waffenstillstandsverletzungen durch israelische Armee

    Unbeeindruckt von der Vorgabe aus Washington, der Verlängerung eines Waffenstillstands zwischen Israel und Libanon für vorerst weitere drei Wochen, attackierten IDF-Kräfte am vergangenen Wochenende erneut Ziele im Südlibanon.

    Bei den Angriffen sind allein am Sonntag laut libanesischen Behördenangaben 14 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder und zwei Frauen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In einer von den libanesischen Staatsmedien zitierten Erklärung hieß es, dass zudem 37 Menschen verletzt wurden.

    Ausgehend von beidseitigen Beschuldigungen kam es zuvor zu Kämpfen zwischen IDF-Einheiten und der Hisbollah, wobei Tel Aviv den Tod eines Soldaten bei Kampfhandlungen im Südlibanon meldete. Israels Ministerpräsident Netanjahu ließ rechtfertigend für die fortdauernden Angriffe erklären:

    "Das bedeutet Handlungsfreiheit, nicht nur um auf Angriffe zu reagieren …, sondern auch um unmittelbaren Bedrohungen und sogar aufkommenden Bedrohungen zuvorzukommen."

  • 08:44 Uhr

    Straße von Hormus: Keine militärischen Ereignisse am Wochenende

    In der strategisch, wie militärisch umkämpften wichtigen Straße von Hormus sei es am Wochenende "zu keinen gewalttätigen Zwischenfällen" gekommen, so die Mitteilung der britischen Behörde für Seeverkehrsoperationen (UKMTO) am gestrigen Abend.

    In einer UKMTO-Stellungnahme heißt es weiter, dass "im Berichtszeitraum sowohl im Persischen Golf als auch im Golf von Oman" keine eskalierenden Ereignisse stattgefunden hätten.

    Die Sicherheitslage in der Region bleibe jedoch "aufgrund anhaltender militärischer Aktivitäten und der fortbestehenden Bedrohung für die Handelsschifffahrt weiterhin instabil", so die UKMTO darlegend.

  • 08:20 Uhr

    Drei-Länder-Tour: Irans Außenminister Araghtschi reist nach Russland

    Irans Botschafter in Moskau, Kazem Dschalili, hat Agenturberichte bestätigt, laut denen Außenminister Araghtschi am Montag in Sankt Petersburg eintreffen wird, um dort mit seinem Amtskollegen Sergei Lawrow zusammenzutreffen. Zudem soll es auch einen Gesprächstermin mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geben. Ziel sei es "den aktuellen Stand der Verhandlungen, den Waffenstillstand und die damit verbundenen Entwicklungen" zu erörtern.

    Jalali äußerte sich dabei gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ISNA und verwies auf die engen Beziehungen zwischen seinem Land und dem Kreml.

    Er wies zudem darauf hin, dass der iranische Präsident Peseschkian seit Beginn der Kriegsereignisse und US-israelischen Angriffen am 28. Februar mehrere Telefonate mit Wladimir Putin geführt habe.

    Der heutige Aufenthalt in Russland ist der dritte Anlaufpunkt seitens Araghtschi, nachdem er zuvor am Wochenende bereits nach Pakistan und Oman reiste, um dort strategische Gespräche zu führen.

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