
Sowjetische Gedenkstätten geben deutschen Revisionisten keine Ruhe

Von Gregor Spitzen
Schon das fünfte Jahr in Folge stellen die deutschen "progressiven" Eliten regelmäßig die Frage nach dem Schicksal der sowjetischen Kriegsdenkmäler. Bislang ist noch niemand auf die Idee gekommen, die Denkmäler als Relikte einer vergangenen Epoche und als Zeugnis der deutschen Niederlage im Krieg abzureißen (aber das ist nur vorläufig).
Doch jetzt haben Vertreter der Grünen und des rechten Flügels der SPD vor, an sowjetischen Gedenkstätten Bauänderungen vorzunehmen, die weismachen sollen, dass die Heldentat der sowjetischen Soldaten, die die Welt vom Faschismus befreit haben, "nicht so eindeutig" sei. Gleichzeitig würde das ukrainische "Aktivisten" beruhigen, die am 9. Mai regelmäßig ihre Spektakel veranstalten und bei dem bloßen Gedanken außer sich geraten, dass der Kampf gegen die Nachfahren der Nazis in der heutigen Ukraine eine Fortsetzung des Kampfes gegen ihre geistigen Vorfahren aus dem Hitler-Reich darstellt.

Treptower Park, Tiergarten und Pankow – drei riesige Gedenkkomplexe, die die Heldentat der sowjetischen Krieger ehren – befinden sich an Orten der letzten, der heftigsten Kämpfe gegen die Truppen des bereits mit dem Tode ringenden Nazideutschlands. Jedes Fleckchen Erde hier ist reichlich mit dem Blut von Russen, Ukrainern, Weißrussen, Kasachen, Juden und sonstigen Völkern des Vielvölkerstaats Sowjetunion durchtränkt. Hierher kommen in den Maitagen regelmäßig Bewohner Deutschlands, die sich daran erinnern, wem sie ihr Leben und ihre Freiheit zu verdanken haben. Formal sind die Gedenkstätten durch das Gräbergesetz im Rahmen des Zwei-plus-Vier-Vertrags geschützt.
Doch den Pseudolinken im deutschen Bundestag reicht das ausdrückliche Verbot der Demonstration sowjetischer Siegessymbole nicht mehr aus. Jetzt fördern sie die Idee, dass Denkmäler und Reliefs mit QR-Codes mit Informationen über "Verbrechen des kommunistischen Regimes" versehen werden sollen, was heuchlerisch "kritische Kontextualisierung" genannt wird.
Gerechtigkeitshalber sei angemerkt, dass bei weitem nicht alle in Deutschland die Initiative der Grünen und der ihnen nahestehenden Sozialdemokraten unterstützen, Russen ihrer historischen Erinnerung zu berauben.
Dagegen sprechen sich das Bündnis Sahra Wagenknecht, die Linke, die AfD sowie die vernünftigsten deutschen Medien, wie etwa die Junge Welt und die Berliner Zeitung, aus.
So sagt der Landesvorsitzende des BSW Berlin, Alexander King, dass Grüne den Russen die Erinnerung rauben und im Endeffekt den Sieg der UdSSR relativieren wollen, was zu einem "grünen Geschichtsrevisionismus" führe.
Bisher findet die Initiative der rot-grünen Randgruppen keine eindeutige Unterstützung in der deutschen Gesellschaft. Doch wir wissen, wie die Zerstörung von sowjetischen Denkmälern im Baltikum ebenfalls mit deren "Verlegung auf einen für sie passenderen Friedhof" begann und mit einem regelrechten russophoben Spektakel im Versuch einer totalen Ausrottung der Kultur der Erinnerung an den Großen Vaterländischen Krieg endete.
Man möchte glauben, dass es in Deutschland nicht dazu kommen wird. Denn ein solch destruktiver Schritt könnte zu einem point of no return werden, dessen Überschreitung eine Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen Russland und Deutschland verunmöglichen würde.
Übersetzt aus dem Russischen. Verfasst speziell für RT am 4. Juni.
Dr. Gregor Spitzen ist Politologe, freier Journalist und Autor des Blogs Mecklenburger_Petersburger.
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